Ein MDaemon-Benutzerkonto hat die Weiterleitung von Nachrichten aktiviert (Benutzerkonten-Editor → Weiterleitung). Der Versand erfolgt über einen Smarthost eines Providers, der zur United-Internet-Gruppe gehört bzw. auf der Nemesis-Plattform basiert (1&1/IONOS smtp.1und1.de, GMX mail.gmx.net, web.de smtp.web.de).
Verhalten:
| Die SMTP-Anmeldung ist nicht das Problem. Zugangsdaten sind korrekt. |
| Der Provider prüft den Nachrichteninhalt, nicht den Envelope. |
| Anderes Problem: Der Envelope-Absender ist für das Smarthost-Konto nicht zugelassen (siehe Abschnitt 7). |
Die Nemesis-Plattform (1&1/IONOS, GMX, web.de) validiert beim authentifizierten Versand nicht nur den SMTP-Envelope (MAIL FROM), sondern auch den From:-Header innerhalb der Nachricht gegen das authentifizierte Postfach und dessen zugelassene Absenderadressen.
Bei der MDaemon-Konto-Weiterleitung wird der Envelope korrekt auf das weiterleitende Konto umgeschrieben (Feld „Inhalt für SMTP-Befehl MAIL"), der ursprüngliche From:-Header der Nachricht bleibt jedoch erhalten – das ist bei klassischem Forwarding beabsichtigt. Der Provider erkennt den Mismatch zwischen authentifiziertem Konto und From-Header und lehnt mit 554 Unauthorized sender address ab.
Dies ist kein MDaemon-Fehler, sondern eine bewusste Anti-Spoofing-Richtlinie des Providers. Sie lässt sich serverseitig beim Kunden nicht umgehen. Der From-Header muss vor der Übergabe an den Smarthost auf eine zugelassene Adresse umgeschrieben werden.
Ein zusätzlicher Sender:-Header (RFC 5322 „im Auftrag von") wird von der Nemesis-Plattform ignoriert und löst das Problem nicht (in der ELOVADE-Testumgebung verifiziert, Juli 2026).
Die Lösung besteht aus drei Bausteinen, die alle erforderlich sind:
Reply-To → Antworten des Empfängers erreichen den ursprünglichen Absender.From:-Header auf die Adresse des weiterleitenden Kontos um und erhält die ursprüngliche Absenderadresse sichtbar im Anzeigenamen.Ergebnis beim Empfänger (Beispiel):
Vor der Einrichtung sicherstellen, dass keine Altlasten die Verarbeitung stören:
MAIL FROM mit 550 (siehe Abschnitt 7).Einstellungen → Voreinstellungen → Verschiedenes → „Weitergeleitete Nachrichten durchlaufen Inhalts- und Spamfilter" aktivieren.
Hintergrund: Der Inhaltsfilter markiert verarbeitete Nachrichten über den Dateinamen (Präfix wechselt von md auf pd), damit jede Nachricht nur einmal gefiltert wird. Weiterleitungskopien werden ohne diese Option direkt als bereits verarbeitet erzeugt und vom Inhaltsfilter übersprungen. Im Inhaltsfilter-Protokoll erscheint dann pro Weiterleitungskopie die Zeile:
Solange diese Zeile erscheint, ist die Option nicht wirksam (nicht gesetzt oder Neustart fehlt).
Nebenwirkung beachten: Die Option gilt global – weitergeleitete Nachrichten durchlaufen dann auch den Spamfilter. In der Regel unkritisch, sollte aber bekannt sein.
Die Regeln können über die GUI (Sicherheit → Inhaltsfilter → Neue Regel) oder direkt in der Regeldatei C:\MDaemon\App\CFRules.dat angelegt werden. Für die Einrichtung beim Kunden hat sich der Weg über die Datei bewährt (weniger Klickfehler, exakte Übernahme der Syntax).
Vorgehen über CFRules.dat:
C:\MDaemon\App\CFRules.dat erstellen.[Rule033]). Die neuen Regeln erhalten die nächsten freien Nummern (im Beispiel [Rule034] und [Rule035]).
Die Blöcke müssen zeichengenau übernommen werden – insbesondere die Anführungszeichen in der Action-Zeile (dort kommen verschachtelte Anführungszeichen vor, die korrekt sind und nicht „bereinigt" werden dürfen). Beim Kopieren aus E-Mail-Programmen auf typografische Anführungszeichen achten; im Zweifel Blöcke als .txt-Anhang übermitteln.
Quelle: MDaemon Technologies, Distributor-Support (Jared Charles), Juli 2026.
Funktionsweise:
X-MDRedirect: 1 und X-MDRedirect_From: <adresse-des-weiterleitenden-kontos>. Beide Regeln nutzen X-MDRedirect als Erkennungsmerkmal, wirken also ausschließlich auf Weiterleitungskopien (Queue: REMOTE).Reply-To existiert (vorhandene Reply-To-Header der Originalnachricht werden respektiert). Das Makro $HEADER:From$ übernimmt den ursprünglichen From-Header dynamisch – funktioniert für beliebige Absender..*<([^>]+)>.* extrahiert die Adresse aus dem From-Header. Das Replacement baut den neuen From-Header: ursprüngliche Adresse im Anzeigenamen als ACTUAL: (…), als tatsächliche Absenderadresse das Makro $HEADER:X-MDRedirect_From$ = Adresse des weiterleitenden Kontos.POSTFACH@SMARTHOST-PROVIDER.TLD durch die Adresse ersetzen, mit der sich der Server beim Smarthost authentifiziert. Regel 1 (Reply-To) bleibt identisch zu Variante A.| Variante A (Makro) | Variante B (feste Adresse) | |
|---|---|---|
| Eingesetzte From-Adresse | $HEADER:X-MDRedirect_From$ = Adresse des weiterleitenden Kontos (dynamisch pro Konto) | Fest eingetragene Adresse |
| Funktioniert für mehrere weiterleitende Konten gleichzeitig | Ja | Nein (eine feste Adresse für alle) |
| Voraussetzung | Die Adresse des weiterleitenden Kontos muss beim Smarthost als Absender zugelassen sein (Standardfall: Weiterleitungskonto = beim Provider gehostetes/authentifiziertes Postfach) | Keine – es wird direkt die zugelassene Smarthost-Adresse eingetragen |
| Typischer Einsatz | Kundenumgebungen (Regelfall): Konto-Adresse ist identisch mit dem beim Provider authentifizierten Postfach | Testumgebungen oder Konstellationen, in denen die lokale Konto-Adresse dem Smarthost-Provider unbekannt ist (z. B. lokale Domäne ≠ Provider-Postfach); außerdem als Fallback, falls Variante A wider Erwarten weiterhin 554 liefert |
Hintergrund aus der Fallhistorie: In der ELOVADE-Testumgebung (lokale Domäne mdaemon-schulung.de, Smarthost GMX) ist die Konto-Adresse für das GMX-Postfach kein zugelassener Absender – dort war Variante B für den Zustellnachweis erforderlich. Beim Kunden (Konto = IONOS-Postfach) greift Variante A unverändert.
Es darf immer nur eine der beiden „Part 2"-Varianten aktiv sein.
Neustart über die Windows-Diensteverwaltung (services.msc → Dienst „MDaemon" → Neu starten).
Der Neustart ist zwingend erforderlich: Er lädt sowohl die direkt in CFRules.dat eingetragenen Regeln als auch die Option aus Schritt 1. In den Verifikationstests wurde die Option ohne Neustart nicht wirksam (Skip-Zeile erschien weiterhin im Inhaltsfilter-Log).
Kontrolle nach dem Neustart: Unter Sicherheit → Inhaltsfilter müssen beide Regeln in der Liste erscheinen und aktiviert sein.
DATA mit 250 Requested mail action okay enden."ACTUAL: (original@extern.de)" <konto@kundendomain.de>, Antwort-an = ursprünglicher Absender. Auf „Antworten" klicken und verifizieren, dass die Antwort beim ursprünglichen Absender ankommt.X-MDRedirect-Header, d. h. auf Konto-Weiterleitungen (Benutzerkonten-Editor → Weiterleitung). Andere Weiterleitungswege (z. B. IMAP-Filter mit Weiterleiten-Aktion) wurden nicht abschließend für alle Konstellationen verifiziert – im Zweifel testen.| Beobachtung | Bedeutung / Maßnahme |
|---|---|
554 Unauthorized sender address nach DATA, AUTH mit 235 erfolgreich | Kernproblem dieses Artikels: From-Header-Mismatch. Lösung gemäß Abschnitt 4. |
550 Sender address is not allowed bei MAIL FROM | Envelope-Absender ist für das Smarthost-Konto nicht zugelassen. „Inhalt für SMTP-Befehl MAIL" in der Weiterleitung prüfen (muss die beim Provider authentifizierte Adresse sein). |
Inhaltsfilter-Log: Forwarded message detected; further processing skipped | Option aus Schritt 1 nicht wirksam → Option prüfen + Dienstneustart. |
Weiterleitungskopie erscheint gar nicht im Inhaltsfilter-Log (nur pd*.msg im SMTP-Log) | Wie vorstehend – ohne die Option laufen Weiterleitungskopien vollständig am Inhaltsfilter vorbei. |
| Regeln matchen laut CF-Log, trotzdem 554 | From-Header nach Rewrite prüfen (.msg in der Bad Queue öffnen): Ist die eingesetzte Adresse beim Smarthost zugelassen? Ggf. Variante B. Außerdem prüfen, ob eine Kopfzeilen-Umsetzung oder eine weitere Regel das Ergebnis nachträglich verändert. |
| Reply-To enthält die falsche (bereits umgeschriebene) Adresse | Regel-Reihenfolge falsch (From-Regel vor Reply-To-Regel) oder eine Kopfzeilen-Umsetzung schreibt den From bereits vor dem Inhaltsfilter um. Reihenfolge korrigieren, Kopfzeilen-Umsetzung entfernen. |
| Doppelte Zustellung beim Empfänger | Zusätzlicher Benutzer-Filter (IMAP-Filter) leitet parallel weiter → deaktivieren. |
| Regeln erscheinen nach CFRules.dat-Bearbeitung nicht in der GUI | Nummernkollision in der Datei (doppelte [RuleNNN]-Sektion) oder Neustart fehlt. |
Bei Ticket-Eingang zu diesem Themenkomplex immer dazu legen: